Zu der Zeit, als Louis Martin Single war, „[er] genoss den Rausch der Straße als Künstler. Er ging an den Stadtrand von St. Cénery, der bei berühmten Malern beliebt war, oder unter die königlichen Bäume des Waldes von Perseigne » schreibt Pater Stéphane Joseph PIAT (Geschichte einer Familie 1946, S. 37).
Auch nach seiner Hochzeit gehörten diese Orte zu den beliebtesten Spaziergängen der Familie. Sie mieteten einen großen Kombi, der Platz für mindestens neun Personen bot, aber auch die Enttäuschung eines heftigen Regengusses nicht vermeiden konnte. „Am Montag fuhren wir aufs Land. Von Mittag bis sechs Uhr war es schön. Doch dann brach ein fürchterlicher Sturm los. Wir waren im offenen Auto und wurden trotz Regenschirmen überschwemmt. Die Kinder hatten keinen einzigen Faden trockener Kleidung an, als sie nach Hause kamen. Pauline hatte einen schönen neuen Hut, der völlig verloren ging. Sie sehen, wir haben Pech gehabt.“ Brief von Zélie an ihre Schwägerin Céline Guérin, 12. April 1877, Familienkorrespondenz (CF 197)
All diese Orte inspirierten Louis Martin besonders zur Kontemplation und Dankbarkeit, der in seinen Fragments littéraires de jeunesse diese Zeilen eines anonymen Autors transkribiert hatte: „O Gott des Universums, wie groß und schön sind deine Werke! Gott meines Herzens, wie süß ist es für mich, an dich zu glauben, und wie könnte ich dich nicht erkennen, wenn deine Gegenwart von allen Seiten mit solcher Herrlichkeit und Pracht erstrahlt?“
Das Dorf Saint-Céneri, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt, zieht nach wie vor Touristen und Pilger an. Es trägt die Spuren des ersten Evangelisten, dessen Geschichte und Legende uns in der Nähe der kleinen Kapelle erzählt werden, die an der Stelle seiner Einsiedelei in der Senke einer herrlichen Sarthe-Schleife errichtet wurde. Die Dorfkirche bleibt dank ihrer romanischen Architektur (11.-12. Jahrhundert), ihrer Fresken (14. Jahrhundert) und ihres zeitgenössischen Kreuzwegs von Christian MALEZIEUX, zu dem ein Kommentar vor Ort das Gebet ermöglicht, ein Ort der Meditation.
Das Dorf strahlt einen Charme aus, der seit dem 19. Jahrhundert Maler und Fotografen anzog. Während Eugène Boudin, Camille Corot und Gustave Courbet nur auf der Durchreise waren, bildeten Henri-Joseph Harpignies, Georges Pioger, Mary Renard und Paul Saïn zusammen mit anderen eine Art „Barbizon der Alpes Mancelles“. Daran erinnern noch heute das Gasthaus der Schwestern Moisy und das heutige Malergasthaus.