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„Die Tragödien, die wir im Hause Martin erlebt haben, haben uns auf unserem Weg des Gebets und der Hingabe bestärkt.“

Ein Zeugnis von Jeremy und Priscille

Als wir vor 10 Jahren unseren Heiratsantrag schrieben, hatten wir einen Satz im Sinn, den wir einst vom jungen Heiligen Carlos Acutis gehört hatten: „Immer mit Jesus vereint zu sein, das ist mein Lebensplan.“ Wir beschlossen daraufhin, denselben Wunsch zu äußern.

Wir entdeckten Louis und Zélies Motto erst viele Jahre später: Gott an erster Stelle. Sie genossen in allem höchste Priorität: im Familienleben, in ihrer Art, miteinander zu sprechen, und schließlich auch in ihrer Arbeit. Louis beispielsweise schloss seinen Laden sonntags, mitten im Marktgeschehen, wenn er die besten Geschäfte machen konnte. Für uns, die wir Christus treu bleiben wollen, zeigt ihre Hingabe, dass es möglich, sinnvoll und fruchtbar ist!

Jeremy: Der Beginn unserer Ehe war nicht einfach: Ich durchlebte Phasen, in denen mir nichts mehr Sinn ergab. Ich zweifelte an allem: an meinen Fähigkeiten, an unserer gegenseitigen Bindung. Es gab Zeiten, da stellte ich alles in Frage und hatte sogar Gedanken, Priscille zu verletzen.

Eines aber blieb bestehen: ihr Gebet und ihr Glaube an Christus trotz aller Widrigkeiten; sie fand Frieden. Und das genügte, um mich wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Tief in unserem Inneren wussten wir, dass wir einen Streit niemals ungelöst lassen sollten. So zog uns etwas Stärkeres JEDE NACHT aus unseren Verstecken, ließ uns einander zuwenden und sagen: ICH BIN VERGEBUNG.

Wir wissen heute, dass diese Erfahrung für den Rest unserer Ehe prägend war. Lag es an unseren jeweiligen, überaus aufrichtigen, authentischen und tiefgründigen Persönlichkeiten, dass wir so reagierten? Vielleicht zum Teil, aber der andere, wichtigere Faktor war das aufrichtige „Ja“ zu Jesus von Beginn unserer Beziehung an – ein Glaube, den wir mutig in unser Zuhause einluden, im festen Glauben, dass er alles vermag.

Jesus ist wie jenes Seil, dessen dritter Strang die beiden anderen zusammenhält. Er ist die Gnade des Sakraments der Ehe: Wenn das Unmögliche möglich wird. Wenn die unsichtbare Wirklichkeit in demjenigen sichtbar wird, der sie empfängt. Das Schöne am Empfang des Sakraments der Ehe ist, dass Jesus uns nur um ein Ja bittet. Er zwingt niemanden.

Mit der Geburt unseres vierten Kindes mussten wir erneut Ja zu Jesus sagen. Ein viel schwereres Ja. Wir mussten akzeptieren, dass unsere kleine Naomi direkt in den Himmel zu ihrem Schöpfer gehen würde. Derjenige, der ihr den Atem des Lebens geschenkt hatte, bat uns, sie zurückzunehmen. Noch einmal Ja zu Jesus zu sagen. Und durch dieses Ja entdeckten wir Gottes unendliche Liebe zu uns. Wir spürten, wie Trauer und Kummer sich in Freude verwandelten. Die himmlische Freude, weil unsere Tochter direkt dorthin ging. Durch sie erinnert uns der Herr an unsere eigene Berufung zur Heiligkeit, die Berufung, mit ihm das ewige Leben zu teilen! Da wird uns die Gemeinschaft der Heiligen vollends bewusst: die Menschen hier unten, die sich so gut wie möglich festhalten, und die Menschen im Himmel, die uns erwarten und für uns beten! Der Himmel ist wahrlich ein Ort des Gebets … Kleine und große Heilige, betet für uns!

In diesem Zusammenhang lernten wir Louis und Zélie Martin kennen. Die Tragödien, die wir während Zélies Schwangerschaft erlebten, bestärkten uns auf unserem Weg des Gebets und der Hingabe. Diesen Weg gingen die Martins: Sie klagten nie, blieben im Lobpreis und im Vertrauen, trotz des Verlusts ihrer kleinen Kinder, des Krieges und der Krankheit. Und ihre Beharrlichkeit brachte eine große Heilige für die Welt hervor. Es ist nicht leicht, diesen Weg weiterzugehen. Entscheidend ist das Gebet. Unser eigenes, aber auch und besonders das Gebet unserer Nächsten und sogar von Bekannten. Wir erkannten, wie wichtig es ist, als christliches Paar Freude und Leid zu teilen, füreinander zu beten und uns in guten wie in schlechten Zeiten zu ermutigen. Unsere unmittelbare Reaktion auf den Verlust unserer Tochter war, all unsere christlichen Bekannten um Hilfe zu bitten: Eine Gebetskette entstand, und der Herr erhörte uns hundertfach!

Der Höhepunkt all dessen ist diese Begegnung zwischen christlichen Brüdern und Schwestern, die wir auch jeden Sonntag in der Eucharistie erleben: Gott, der sich selbst hingibt.

Die christliche Ehe ist keine Lebensphase; für uns ist sie ein Versprechen, das auf der Wahrheit von Gottes Wort gründet. Uns wurde einst erklärt, was es bedeutet, ein Leben im Einklang mit dem Herrn zu führen. Wir wollen den richtigen Weg wählen. Die gesamte Bibel ist ein Bund zwischen Gott und den Menschen, und trotz menschlicher Schwäche gab Gott nicht auf und ging sogar so weit, seinen eigenen Sohn am Kreuz zu geben, um jedem einzelnen Paar zu sagen: Ich liebe euch. Welch ein wunderbarer Beweis der Liebe, den wir als Paar im Sakrament der Ehe erfahren dürfen!

Jeremy und Priscille

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