Niki, Grenoble
Während meine drei Söhne diesen Sommer mit ihrem Vater im Urlaub waren, beschloss ich, eine Woche im Heiligtum von Alençon zu verbringen.
Ich hatte von Urlaub für Alleinerziehende gehört. Zwölf Jahre nach meiner Scheidung habe ich immer noch nicht darüber getrauert, obwohl ich eine aktive, dynamische Frau bin, die in die Zukunft blickt und zwischenmenschliche Beziehungen liebt.
Ich dachte, diese Woche wäre vielleicht eine Gelegenheit, endlich die Seite umzublättern.
Ich bin Protestant und bete daher nicht zu den Heiligen. Mein einziger Fürsprecher ist Christus, der uns sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich.“
Die Heiligen Louis und Zélie sind jedoch ein Beispiel für ein Paar, mit dem wir uns identifizieren können: Sie erlebten Misserfolge bei ihren Projekten, Trauerfälle, Krankheiten ... Sie wurden von Ängsten geplagt, aber angesichts all dessen schafften sie es, standzuhalten fest in der Liebe, um Ausdauer zu zeigen.
Ihr Leben hat zu mir gesprochen, weil es ein Spiegelbild von allem Schönen und Hässlichen ist, das wir erleben können. Wir können uns mit ihnen in allem oder einem Teil dessen identifizieren, was sie durchgemacht haben, wollen in ihrer Spiritualität folgen, obwohl sie keine Scheidung erlebt haben. Zum Glück für sie.
Was Thérèse betrifft, bewundere ich besonders ihre Bescheidenheit, ihre Zufriedenheit mit dem Kleinen.
Obwohl mich bestimmte Punkte an Katholiken stören (Gebete zu den Heiligen, Rituale, die mir nutzlos erscheinen usw.), mache ich gerne Exerzitien unter Katholiken, weil sie sich auf die Abgelehnten (Geschiedenen usw.) und Verwundeten konzentrieren.
Ich finde auch die Gewohnheit der geweihten Personen (Schwestern und Väter) majestätisch und ihre Bezeichnung (mein Vater, meine Schwester) voller Nähe und Erinnerung an unseren Vater und unsere Schwestern in Christus.
Ich finde den gleichen Christus in der katholischen Kirche, und die Lieder, wenn wir auch die Orgel hinzufügen, sowie die Kunstwerke der Kirchen tragen zum Lobpreis bei. Die Tempel sind leer und ich bedaure es.
Während dieses Aufenthalts hatte ich eine sehr tiefgreifende Erkenntnis.
Eines Abends stellte uns Pater Hénault-Morel während einer Mahnwache in der Kapelle die Frage Christi an die Blinden: „Was soll ich für Sie tun?“
Eine innere Bewegung wurde tief in mir in Gang gesetzt, um diese Frage beantworten zu können. Die Antwort lag für mich auf der Hand: Gelassenheit.
