RCF – Es war ein Liebeskuss, ich fühlte mich geliebt. Heilige Therese 2/5
RCF, 30. Juni 2020
Was für eine schöne Erinnerung für mich! …
O meine liebe Mutter! Mit welcher Sorgfalt hast du mich vorbereitet! Ich sagte mir, dass ich meine Sünden nicht einem Menschen, sondern dem lieben Gott beichten würde. Ich war davon wirklich überzeugt und habe daher mit großem Glauben meine Beichte abgelegt. Ich habe Sie sogar gefragt, ob ich Herrn Ducellier nicht sagen solle, dass ich ihn von ganzem Herzen liebe, da ich in seiner Person mit dem lieben Gott sprechen würde …
Gut eingewiesen in alles, was ich sagen und tun musste, betrat ich den Beichtstuhl und kniete nieder, aber als ich das Fenster öffnete, sah Herr Ducellier niemanden. Ich war so klein, dass mein Kopf unter der Bank lag, auf der man seine Hände ablegt, also sagte er mir, ich solle stehen bleiben. Ich gehorchte sofort, stand auf und drehte mich direkt vor ihm um, um ihn deutlich sehen zu können. Ich legte meine Beichte ab wie ein großes Mädchen und empfing seinen Segen mit großer Hingabe, denn du hattest mir gesagt, dass in diesem Moment die Tränen des kleinen Jesus meine Seele reinigen würden.
Auszug aus den Schriften der Heiligen Therese vom Kinde Jesu (Manuskript A – 16 v°)
Ah! Wie süß war der erste Kuss Jesu für meine Seele! …
Es war ein Kuss der Liebe, ich fühlte mich geliebt und sagte auch: „Ich liebe dich, ich gebe mich dir für immer hin.“ Es gab keine Forderungen, keine Kämpfe, keine Opfer; Lange Zeit hatten Jesus und die arme kleine Therese einander angesehen und verstanden... An diesem Tag war es kein Blick mehr, sondern eine Verschmelzung, sie waren nicht mehr zwei, Therese war verschwunden, wie der Wassertropfen, der im Ozean verloren geht. Jesus blieb allein, er war der Herr, der König.
Auszug aus den Schriften der Heiligen Therese vom Kinde Jesu (Manuskript A – 35 v°)
Kurz nach meiner Erstkommunion begab ich mich erneut in die Einkehr zur Firmung. Ich hatte mich mit großer Sorgfalt auf den Besuch des Heiligen Geistes vorbereitet und verstand nicht, warum wir dem Empfang dieses Sakraments der Liebe keine große Aufmerksamkeit schenkten.
Auszug aus den Schriften der Heiligen Therese vom Kinde Jesu (Manuskript A – 36 v°)